NOVEMBER 2017
Neues Heft
Was alles NICHT geht! Das Virus hat die Trense um ein Alzerl angezogen, der Zeitgenosse sabbert schmerzlich! Rien ne va plus? Nein, noch nicht ganz. Ein bisserl was geht immer, hat der Monaco-Franze gesagt. Es kommt uns nur so vor, dass nichts mehr geht. Und diese Einbildung schlägt Wellen. Zuerst einmal, dass Corona eine Fiktion ist – das geht gar nicht. Wenn es also Corona als ansteckende Krankheit gibt, dann muss man: Die Geschäfte schließen – das geht gar nicht (wo krieg’ ich mein Klopapier her?). Die Kaffeehäuser, Gasthäuser, Tanzschuppen, Fitnesszentren, Hotels, Schilifte schließen – das geht gar nicht (wo krieg ich meinen Kaffee, meinen Schwips, mein Schnitzel, meine „Flamme“, meine „Muckies“, mein Urlaubsbett und meine Gletscherbräune?). Die Grenzen schließen – das geht gar nicht (wie komme ich nach Tirol zum Schilehrerkurs, wie komme ich nach Südafrika zum Golfen?). Die privaten Kontakte rigoros eindämmen und nächtliche Ausgangsbeschränkungen verordnen – das geht gar nicht (wie komm ich an die frische Luft, wie komm ich zu meinen Freunden zur Corona-Party?). Was ist und was sein könnte Ein Jahr befinde ich mich inzwischen in Rente und habe verdrängt, dass ich auch einmal berufstätig war und dabei viel kostbare Lebenszeit vergeudet habe. Ich bin begeistert von diesem Leben, sollte ich wieder auf die Welt kommen, möchte ich gleich den Traumjob des Rentners ergreifen. Ich fühle mich wohl, so kann es bleiben, daran ändert auch die lästige grassierende Epidemie nichts. Mir ist nicht langweilig, ich sitze oft am Laptop und muss nicht auf die Straße, um Unfug zu treiben. Unlängst freute ich mich sehr, als sich eine ehemalige Kollegin telefonisch meldete. Nach einem Jahr! Wir hatten uns immer hervorragend verstanden, sie behauptete, dass sie mich vermisste, was meinem alten Herzen gut tat. Wir telefonierten lange, ich erfuhr Neuigkeiten aus der Firma, dass sich viele in Kurzarbeit und Homeoffice befanden und ehemalige Kollegen gekündigt hatten. Ich bekam die Bestätigung, dass ich genau richtig den Absprung geschafft hatte. Ich erfuhr auch Privates von Michaela. Da wir uns nun auf einer anderen Ebene unterhalten konnten, erzählte sie, dass sie sich rechtsradikal einstufte, weil sie ihre Heimat liebte. Ich war betroffen. Diese Offenbarung hätte ich nie für möglich gehalten. Niemals von Michaela. Sie war immer so ein liebes Herzerl gewesen, welches man einfach gernhaben musste. Die Angst vor der Nadel Wenn man so herumhört, sind es meist Männer, die Angst vor der neuen Covid-Impfung, bzw. dem Serum haben. Der Einwand, dass sie nicht erprobt sind, einem Gliedmaßen ab- oder Haare ausfallen, ist unbewiesen und kein solcher Fall bisher bekannt. Nun ist ja bekannt, dass Männer einmal generell mehr Angst vor Spritzen haben, als Frauen. Auch das so ein Männer-Schnupfen die Herren der Schöpfung zu Sterbenskranken machen und sogar bei verheirateten Männern der Ruf nach „Mami“ laut werden kann! Es gibt natürlich auch die harten, oder hart erscheinen wollenden Supermänner, aber die sind selten. Aber auch die schließen wahrscheinlich im Moment des Einstiches die Augen! Als Frau will ich mir einen Mann im Kreiss-Saal gar nicht erst vorstellen! Es sind Legionen, die dort schon den Boden geküsst haben! Nicht weil sie so gerührt über den neuen Stammhalter waren, sondern weil sie schlicht und einfach umgefallen sind! Sie konnten kein Blut sehen! Das ist verbürgt durch einige Hebammen und Ärzte! Nicht nur, dass man sich um das Neugeborene kümmern muss, muss man sich auch um die jeweiligen Väter bemühen! Wonne mit Reue? Wir Wer hat es noch nicht gesehen? In den Vitrinen zahlloser Bäckereien und Konditoreien sticht es dem willigen Käufer und Konsumenten ins leicht entzündete Auge! Weiß, weiß wohin das Auge reicht. Hat sich hier etwa Frau Holle mal so richtig austoben dürfen? Sehr viele Backwaren, Süßigkeiten und andere Gaumenfreuden wurden zusätzlich und vorsorglich vor dem Verkauf an den wehrlosen Käufer mit einer Schicht an Zucker versehen, dass man an mittlerweile längst vergangene Wintertage in der schönen Stadt Wien zurück denkt. Noch vor einigen Jahrzehnten  gab es auch in den Straßen und Gassen unserer Bundeshauptstadt eine weiße Pracht zu bewundern. Sehr zum Gaudium und der Freude der Kinder und Jugendlichen, die dabei teilweise richtig ausflippten. Mittlerweile gehört der weiße Segen auf den Gehsteigen und Straßen weitgehend der Vergangenheit an. Der Hauswart mag sich freuen. So erspart sich diese Zunft doch einiges an Arbeit. Das jetzt nicht mehr erforderliche Autofreischaufeln darf man auch nicht ganz vergessen. Als ehemaliger Besitzer eines Personenkraftwagens habe ich damals wohl unzählige Male über die weiße Bescherung geflucht, die da vom Himmel geschwebt ist. Die weiße Farbe hatte allerdings nicht lange Bestand. Weitere Ausführungen bezüglich der saisonbedingten Farbveränderungen braucht es hier wohl nicht. Aber zurück zu den Orten, wo ja die mannigfachen Gaumenfreuden angeboten wer­den. Warum wird denn beim Bestäuben der ohnehin schon sehr wohlschmeckender Leckereien derart übertrieben bzw. übers Ziel hinausgeschossen? Traktat über die Propinquitas mentale von Trump und Berlusconi oder: Zwei Brüder im Geiste Freunde, der Fasching war nicht groß, kam durch Corona nicht auf Touren, und in Hallen und auf Fluren waren keine Narren los. So oder so ähnlich hätte Rilke als Zeitgenosse gereimt. Doch man darf sich über den Fasching nicht be­schweren, er hatte schon seine Erheiterungen. Zuletzt die sechzig Tage des „Musa Donald“, und in der letzten Rauhnacht (5. Jänner) der Perchtenlauf aufs Kapitol, eine ein bisschen längere Rauhnacht halt. Das waren ja alles, als „Wolferer“ verkleidete, linke intellektuelle Demokaten, um dann sagen zu können, der arme Donald hätte gar seine Republikaner aufgehetzt. So etwas Ähnliches hat es ja auch bei Berlusconi gegeben, der als schwerreicher Unternehmer wegen „Steuerschonung“ als Premierminister Italiens angeklagt wurde. Damals hat Berlusconi gesagt, dass das die linke Justiz Italiens veranlasst hätte, um ihm die „Ehre“ abzuschneiden. Aber noch einmal zu Amerika. Es war einmal, da galt Amerika als politisches Vorbild oder gar als Endstation gesellschaftlicher Entwicklung. Die Zeiten, in denen Goethes Gedicht "Den Vereinigten Staaten" von 1827, das mit dem Satz "Amerika, du hast es besser, als unser Kontinent, der alte, hast keine verfallenen Schlösser und keine Basalte" beginnt und oftmals auch wehmütig zitiert wurde, sind längst vorbei. Game Over oder Jedem sein Waterloo Wenn wir in der Vergangenheit die verschiedenen Epochen betrachten, sind diese beiden Worte, sinngemäß natürlich, immer wieder auf Widerstand gestoßen! Die an den Hebeln der Macht Sitzenden, wollen da um fast jeden Preis auch bleiben! Koste es was es wolle, und wenn es tausende Tote sind! Das sind eben Kollateral-Schäden, manche sagten und sagen es auch heute noch lapidar, „naja, ist ja Krieg!“ Abtreten von der Weltbühne und das mit Würde konnten die wenigstens, können sie meist heute noch nicht! Napoleon hat sich letztlich, nach anfänglichem Sträuben und misslungenen Neu-Anläufen gefügt, und auf Elba zurückgezogen, wollte aber weiterhin als Majestät angesprochen werden. Waterloo hin oder her! So mancher Herrscher ging oder wurde gezwungen, ins Exil in entfernte Länder zu gehen, hat aber von dort aus mit mehr oder minder kleineren Erfolgen, versucht, weiterhin die Fäden zu ziehen und hat sich weiterhin an seinen Status geklammert. In früheren Jahrhunderten kreisten an Fürstenhöfen die Giftbecher, um zu den Schalthebeln der Macht und Reichtum zu kommen! Da tötet der Bruder den Bruder, der Gatte die Gattin, um durch neue Eheschließung zu Ländereien zu kommen. Sogar der Vatikan war da nicht verschont davon, die Giftbecher der Lucrezia Borgia sind legendär. Dunkle Gestalten zwischen den Brücken und Kanälen Venedigs erledigten so manches Problem mit einem Messer, das dann im Kanal verschwand. Ein Volk der Tänzer und Geiger? Wohl kaum! Wenn man es bisher vielleicht nur erahnen konnte, es erhärtet sich allmählich zur Gewissheit. Österreich ist ein Staat der Kiffer und Tschecheranten. Wie anders als „weichgesoffen“ und „zugedröhnt“ könnte man sonst die ausufernden Troglodyten be­zeichnen, die an Wochenenden – allen gesetzlichen Verboten zum Trotz – fahnenschwingend, ohne Masken und Abstand ihre „Alu- Hut-Theorien“ herausgrölen. Die Polizei sieht tatenlos zu. Warum? Hat die Polizei in ihren verpflichtenden Deeskalationskursen zuwenig gelernt, wie man seine Dienstnummer tanzt? Oder ist die Organisation eines Sitzkreises in den Kursen zu wenig zur Sprache gekommen? Bei diesem schönen Wetter (beispielsweise  am Samstag, dem 13. Februar) wäre für die „Spaziergänger“ doch ein erfrischendes Bad aus dem Wasserwerfer geradezu ent­spannend gewesen – im wahrsten Sinne des Wortes. Freilich war das alles abzusehen, sind doch seit Wochen die Leserkommentare der populären Tagesblätter voll von bitteren Klagen, dass die „Wirtn“ nicht aufsperren dürfen. Sogar der Handel tutet in dasselbe Horn. Statt froh zu sein, dass sie ihre Taiwanfetzen nun endlich aus den Händen gerissen bekommen, beschweren sie sich darüber, dass das „Einkaufserlebnis“ ohne Gastronomie halt ganz „katastro- furchterbar“ wäre. Also auch beim Einkauferlebnis (wie selbstverständlich auch beim Wintersport!) ist der „Einkehrschwung“ unerlässlich. Kein Geschäft und keine Schipiste ohne Alkoholdunst!   Zu guter Letzt! Trendshopping Natürlich freut sich alles schon wieder, wenn endlich der Run auf sämtliche Einkaufstempel wieder möglich sein wird. Mein Freund Otto schüttelt da immer den Kopf: „Die Leut’ gehen ja heute schon aus Verzweiflung in die Su­per­märkte, weil da kann man locker eine Stunde zwischen den Regalen herumirren, das Klopapier streicheln, ohne auch nur ein Trumm zu kaufen. Ich versteh’ das nicht. Und zur Erhärtung seiner Diagnose, dass die Welt heute sowieso schon dem „Shopping-Wahnsinn“ verfallen ist, erzählte er mir von seinem Nachbarn, dem Vinzenz. Vinzenz, so um die 50, betrat den „Trendshop“ im Einkaufszentrum. Ein brauner Janker und ein blaues Hemd sprangen ihm sofort ins Auge. „Dieses sportive Leichtsakko in trendigem Materialmix und in der aktuellen Streamlinefacon wäre eine gute Wahl“, erklärte ihm der geschulte Verkäufer. „Oder vielleicht den Action-Blouson mit Farbkontraststepp, dazu ein Hemd mit Nautic-Motiven in Aubergine, Applikationen in Cownubuk­leder?“ Der junge Verkäufer schaute seinen Kunden erwartungsvoll an. Vinzenz zögerte, bat um eine Hose: „Aber praktisch muss sie sein!“       Die nächste Ausgabe erscheint      im MAI 2021
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