Editorial

Was alles NICHT geht!

Das Virus hat die Trense um ein Alzerl angezogen, der Zeitgenosse sabbert schmerzlich! Rien ne va plus? Nein, noch nicht ganz. Ein bisserl was geht immer, hat der Monaco-Franze gesagt. Es kommt uns nur so vor, dass nichts mehr geht. Und diese Einbildung schlägt Wellen. Zuerst einmal, dass Corona eine Fiktion ist – das geht gar nicht. Wenn es also Corona als ansteckende Krankheit gibt, dann muss man: Die Geschäfte schließen – das geht gar nicht (wo krieg’ ich mein Klopapier her?). Die Kaffeehäuser, Gasthäuser, Tanzschuppen, Fitnesszentren, Hotels, Schilifte schließen – das geht gar nicht (wo krieg ich meinen Kaffee, meinen Schwips, mein Schnitzel, meine „Flamme“, meine „Muckies“, mein Urlaubsbett und meine Gletscherbräune?). Die Grenzen schließen – das geht gar nicht (wie komme ich nach Tirol zum Schilehrerkurs, wie komme ich nach Südafrika zum Golfen?). Die privaten Kontakte rigoros eindämmen und nächtliche Ausgangsbeschränkungen verordnen – das geht gar nicht (wie komm ich an die frische Luft, wie komm ich zu meinen Freunden zur Corona-Party?). Dann muss man das alles halt auf Zeit machen, dass sich das Virus nicht verbreitet, ein paar Tage „Lockdown“ – das geht gar nicht (das ist Diktatur und Einschränkung meiner persönlichen Freiheit, und die ist mir in der Verfassung garantiert!). Und eine Regierung, die mir vorschreibt was ich darf und nicht darf oder mit Gesetzen droht – das geht gar nicht (wir haben schließlich eine Demokratie und da geht das Recht vom Volk aus, und das Volk, das bin ich!). Dann muss man mit vielen Tests versuchen, die Gesunden von den Erkrankten zu trennen, das heißt man muss sich testen lassen, wenn man zur Arbeit muss oder wenn man verreisen will – das geht gar nicht (mein Nachbar arbeitet auch, im Homeoffice, der muss sich auch nicht testen lassen!). Und vielleicht noch auf die Idee kommen, dass man sich gegen dieses „Irgendwas“ impfen lassen soll – das geht gar nicht (ich lass mir vom Bill Gates keine Chips einpflanzen!). Aber selbst wenn, dass wir jetzt zu wenig Impfstoff kriegen, für die paar Leutchen, die sich impfen lassen wollen – das geht gar nicht (weil dann diese Angsthasen Schuld sind, dass ich keine Corona-Party feiern darf!). Dass die Regierung viele Millionen für Schutzmasken ausgibt – das geht gar nicht (weil nur deshalb werden wir gezwungen, sogar beim Einkaufen diese unnötigen „Tropfenfänger“ aufzusetzen!). Wir werden sterben! Alle! Weil ja nichts mehr geht. Schade, liebe Leser, aber ehe wir alle untergehen, werfen sie noch einen Blick in unser neues Heft, für ein Lächeln auf bleichen Lippen! Viel Vergnügen! Christian Faltl - Herausgeber
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Februar 2021