Editorial

So leid es uns tut: Wir müssen sparen!

Spare in der Zeit, dann hast du in der Not (auch nichts!). Strom, Gas, CO2, Lebensmittel, Umwelt, Verkehr, usw. überall und jederzeit soll gespart werden. Weltweit rotten sich begeisterte „Sparer“ zusammen und de­mon­strieren (was sonst noch?) für die Erreichung ihrer mehr oder minder hochgesteckten Ziele. Und Demonstrieren ist ja noch die leichteste Übung, weil man sich ja auf ein freies, urmenschliches Grundrecht (das allein reicht heute schon für ein „Parteiprogramm“) berufen kann. Danach wird’s schon etwas mühsamer – und so sieht es derzeit ja auch aus: Bester Wille, große Mühsal und kein Fortschritt! Das Übliche halt … . Bei uns ist das anders: Da demonstriert nur einer – der Vereins-Kassier. Der macht aber auch Nägel mit Köpfen, denn wenn die Demonstration der leeren Vereinskasse nicht reicht, dann gibt’s auch kein Geld mehr für Vereinsaktivitäten. In den zwei Pandemiejahren haben wir live etwa sechsmal gespielt – normalerweise spielen wir etwa vierundzwanzig Mal pro Saison, das ist schon ein Unterschied! Wir sind auch um ein paar Mitglieder und ein paar Darsteller geschrumpft in der Zeit. Das ergibt leider auch geschrumpfte „Herausforderungen“ auf allen Ebenen. Wer auf unserer Ausgabenliste im Verein absolut nicht als „Sparefroh“ aufscheint, ist die Post. In den letzten zehn Jahren ist es dem Postfuchs gelungen, die Gewichtungen und Formate von Postsendungen mehrmals zu „modifizieren“, und natürlich ein bisschen zu verteuern, dass ich heute das Sackblatt als „Päckchen“ versenden darf (mit maximal zwei Kilo Gewicht!). Das Inlandsporto macht inzwischen zusätzlich Dreiviertel des Kaufpreises aus. Belegexemplare an Mitarbeiter in Deutschland und in Polen haben selbstverständlich in der großen EU ein höheres Porto (ist doch logisch: Wenn alle in der EU sind, dann muss ich ins „EU-Ausland“ – so der postalische Fachbegriff – natürlich ein höheres „Auslandsporto“ bezahlen). Unser Karikaturist „Corne“ von der vorletzten Seite residiert in Argentinien. Auch er erhält natürlich ein „Sackblatt“ als Be­legexemplar. Dorthin darf unser Verein zum billigsten Tarif schlappe 15 Teuro (!) an den Postfuchs zahlen. Freilich könnte ich mit dem „Päckchentarif“ rund 20 Sackblätter nach Argentinien schicken, aber Altpapier- Entsorgung ist zu Hause billiger. Nach dieser Präambel, Sie haben es erraten, muss ich bekennen, dass das „Alte Sackblatt“ heuer nur noch einmal – im Oktober – erscheinen wird. Ab nächstem Jahr wird unser Blatt nur zweimal im Jahr (im April und im Oktober) erscheinen, allerdings wieder mit 34 Seiten Umfang – wir müssen ja den „Päckchentarif“ ein bisschen ausnutzen. Ja, liebe Leser, wir sind trotz allem zuversichtlich. Auf einen entspannten Sommer! Christian Faltl - Herausgeber
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JUNI 2022